3160 Kilometer – Die ersten Sommerferien mit unserem Tesla

Eigentlich planten meine Frau und ich lediglich einen 5 Tägigen Urlaub in Berlin. Aber drei Wochen vor unseren Ferien bot uns eine Bekannte ihr Mobilhome in Ramatuelle (bei Saint Tropez) an. Sie konnte aus familiären Gründen die Reise nicht antreten. So entschieden wir, vor Berlin noch in den Süden ans Meer zu fahren – es kostet uns ja nichts!

Unsere erste Supercharger Fahrt nach Saint Tropez

So traten wir am 11. Juli, Morgens um  5 Uhr mit unseren beiden Söhnen die Reise an. Auf der Karte von supercharge.info sahen wir, dass zwei Routen in Frage kommen. Eine führt über Genve, Cambéry, Orange nach Saint Tropez, die andere über  Dorno (nach Mailand) über Fréjus nach Saint Tropez. Die Route über Italien war viel kürzer, jedoch war die Distanz von Dorno nach Fréjus ziemlich weit (inzwischen ist am 29. Juli 15 ein neuer Suppercharger in Varazze eröffnet worden). Trotzdem wagten wir diese Route, zumal uns das Navi unseres Tesla auch diese Route empfahl.

In Dorno angekommen, mussten wir den Akku voll aufladen, was uns eine willkommene Mittagspause verschaffte. Als der Ladevorgang abgeschlossen war, sahen wir, dass es rund um Genua und Savona Kilometer lange Staus hatte und uns das Navi eine Alternativ-Route anbot. Erfahrungsgemäss fuhren wir weit über 400 Kilometer mit einer vollen Ladung und so entschieden wir, die Reise wie ursprünglich geplant fort zu führen. Schlimmstenfalls fragen wir unterwegs nach einer Lademöglichkeit. Wir nahmen uns jedoch vor, die Reise gemächlich fortzusetzen und stellten unseren Tempomaten auf 100 km/h ein.

Auf dem Campingplatz war unser Auto natürlich der Hingucker und Gesprächsstoff Nummer eins.

Trotz über 2,5 Stunden Stauzeit erreichten wir die Ladestation in Fréjus problemlos mit über 80 Kilometer Restreichweite. Also alle Sorgen völlig umsonst gemacht. Und so genossen wir noch einmal 20 Minuten Pause im Schatten schöner Pinienbäume, bevor wir die letzten 45 Kilometer zum Campingplatz zurücklegten und eine Woche am Strand verbrachten.

Auf dem Campingplatz durften wir eine Kabelrolle zum Auto legen. Mit 7 Ampere und knapp 220 Volt konnten wir unserem Tesla in über 15 Stunden die verbleibenden Kilometer bis zum Stand von 90% einspeisen. Wir hatten ja Zeit und benötigten unser Auto nur noch für einen kleinen Einkauf im nahen Dorf. Auf dem Campingplatz war unser Auto natürlich der Hingucker und Gesprächsstoff Nummer eins. Und so verhalf uns unser Auto zu verschiedensten neuen Bekanntschaften aus halb Europa.

Nach sechs wunderbaren und heissen Tagen machten wir uns am 17. Juli auf den Heimweg nach Luzern. Unser Navi, sowie auch wir wollten den selben Weg - über Dorno - nach Hause nehmen. Das bedeutete, dass wir in Fréjus die Batterie voll aufladen mussten. Der Tripplaner meldete uns, dass wir Dorno mit -3% Akkustand erreichen würden und dass wir vorher noch aufladen müssen... Nun, dieses Mal hatten wir keinen Stau, dafür die Höhenmeter, die wir überwinden mussten. Ermutigt durch die Erfahrung der Hinreise, widersetzten wir uns unserem Navigationssystem und steuerten Dorno an. In flüssiger Fahrt mit 100 km/h genossen wir die Reise der schönen Küste entlang. Zu unserer Beruhigung korrigierte der Tripplaner die Restkapazität unseres Akkus stetig nach oben. Mit 25% Restkapazität erreichten wir schliesslich Dorno, wo wir für 20 Minuten nachladen mussten. Nach einem weiteren kurzen Stopp auf dem Monte Ceneri erreichen wir nach über sieben Stunden Fahrt Luzern, wo wir müde ins Bett vielen.

Am Samstag, 18. Juli morgens brachten wir unsere beiden Kinder zum Bahnhof. Sie fuhren für 14 Tage ins Zeltlager. Danach ging es nach Hause, Wäsche waschen und Packen für unsere Reise nach Berlin. 

Zu unserem erstaunen stellten wir fest, dass wir bei den kurzen Stopps immer schneller waren, als die Autofahrer an der Zapfsäule.

Städte Reise nach Berlin

Nach einer kurzen Nacht brachen wir am frühen Morgen des 19. Juli auf. Die Reise führte über Schaffhausen, Nürnburg, Leipzig nach Berlin. Die über 900 Kilometer erfuhren wir als extrem kurzweilig und entspannend. Wir machten unterwegs vier Ladestopps, drei Mal 15 Minuten und ein Mal 45 Minuten, wo wir Mittag gegessen haben. Die Fahrten dazwischen waren zwischen 90 und 120 Minuten lang. Nach dieser Zeit war man froh, dass man sich kurz die Beine vertreten, das WC aufsuchen oder etwas knabbern konnte. Man musste ja nicht wie früher bei der Zapfsäule stehen bleiben und warten bis der Tank voll war. Zu unserem erstaunen stellten wir fest, dass wir bei den kurzen Stopps immer schneller waren, als die Autofahrer an der Zapfsäule. Denn bei allen Raststätten mussten die sich anstellen, da der Andrang nach Benzin und Diesel sehr gross war. Die Tesla Supercharger waren dagegen immer frei.

Im Unterschied zu Südfrankreich fuhren wir entspannter, da das Netz an Superchargern in Deutschland deutlich besser ausgebaut ist. So mussten wir in der Regel nur jede zweite Station anfahren. Nichts desto Trotz hatten wir Urlaub und gingen die Fahrt ruhig an. Tempomat auf 110 eingestellt, meistens auf dem rechten Fahrstreifen unterwegs, verbrauchten wir so viel weniger Strom, was unsere Ladezeiten merklich verkürzte. Wir sind überzeugt, dass wir dadurch genau gleich schnell in Berlin ankamen, wie wenn wir schneller gefahren wären, dafür längere Ladestopps in Kauf genommen hätten. Nach fünf Tagen in Berlin fuhren wir wieder nach Hause. Dank unserer Erfahrung wieder gemütlich, dafür mit kürzeren Stopps. Wegen eines Staus brauchen wir für die Heimreise eine Stunde länger, aber immer noch im grünen Bereich.

Unser Fazit

Unser Fazit nach 7 Monaten mit unserem Tesla, 22’500 zurückgelegten Kilometern und unserer ersten großen Reise von 3160 Kilometern: Wir bereuen den Wechsel von unserer sparsamen Familienkutsche Toyota Verso zum noch sparsameren Tesla Model S 85kw überhaupt nicht! Unser Tesla erweist sich als Familienfreundlich, Alltags-, Reise- und Urlaubstauglich.

Des Weiteren mache ich die Erfahrung, dass Tesla meinen gestressten Verkehrsalltag entschleunigt. Für vernünftige Fahrweise werde ich mit deutlich mehr Reichweite belohnt. Auf langen Reisen komme ich trotz viel gefahrenen Kilometern erholt am Ziel an, da ich zwangsläufig einige Stopps machen muss. Dies bedeutet definitiv mehr Sicherheit im Strassenverkehr, nicht nur für mich, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer.

„Tanken“ im Alltag ist kein Thema mehr. Meine 32- und 16 Ampere / 400 Volt Ladestation in der Garage genügt völlig, vor allem in der Schweiz, wo alles so nahe beieinander liegt. Und wenn ich einmal auswärts aufladen muss – dann erst noch kostenlos. So günstig wie in diesem Sommer sind wir noch nie über 3000 Kilometer gereist.

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