Kunden berichten


Vater und Sohn auf Weltrekordfahrt

David und Adam Metcalf
13. Dezember 2012

Im Mai schrieb Elon im Vorfeld der ersten Auslieferungen des Model S über die unübertroffene Effizienz und Reichweite dieses E-Mobils und gab bekannt, dass Teslas Team sein Ziel mehr als erfüllt habe, eine 85-kWh-Batterie mit über 480 Kilometern Reichweite zu entwickeln. In diesem Blogbeitrag setzte er zudem einen Preis für den ersten Kunden aus, der es schaffen würde, mit einer einzigen Ladung seines Model S mehr als 400 Meilen, also 643 Kilometer zurückzulegen. Sechs Monate später stellten sich Model-S-Eigentümer David Metcalf und sein Sohn Adam dieser Herausforderung. Nach fast 17 Stunden und 423,5 zurückgelegten Meilen – also etwa 681,6 Kilometern – hatten David und Adam bewiesen, dass es tatsächlich geht.

Dies ist ihre Geschichte:

In den frühen Morgenstunden eines Samstags im November brach ich mit meinem Sohn Adam in unserem Tesla Model S zu einer denkwürdigen Reise auf: Vater und Sohn wollten den Weltrekord der längsten Strecke brechen, die ein Elektroauto aus Serienproduktion mit nur einer einzigen Ladung zurückgelegt hatte. Zugleich wollten wir das erste Team werden, das Elon Musks große Herausforderung besteht, 400 Meilen mit einer einzigen Ladung zurückzulegen. Wir freuen uns berichten zu können, dass wir 423,5 Meilen bzw. 681,6 Kilometer zurückgelegt und es damit als Erste geschafft haben, mit einem Tesla mehr als 400 Meilen zu fahren!

Route

Die Routenplanung war von entscheidender Bedeutung. Unsere Reise führte durch sehr ebene, ländliche Gegenden im Süden und der Mitte Floridas. Wir fuhren um den Lake Okeechobee, durch die Florida Panther Preserve und Alligator Alley, zu den Stammessiedlungen der Ochopee und Miccosukee, um Big Cypress und Shark Valley herum weiter zur Nordseite des Lake Okeechobee und schließlich zur Kreuzung von Martin Highway und der I-95. Eine langsame, stetige Geschwindigkeit (rund 40 Stundenkilometer) erlaubte uns ein sehr effizientes Fahren, wobei wir die wunderschönen Landschaften Floridas und ihre Tierwelt wunderbar genießen konnten. Es war schön für Vater und Sohn, bei dieser fast 17-stündigen Fahrt gemeinsam Zeit zu verbringen. „Es war ziemlich cool; ich hatte viel Spaß mit meinem Dad“, sagte Adam.

Sein Job als Beifahrer war es, Fotos zu machen, zurückgelegte Kilometer und Energieverbrauch zu überwachen und unsere Annäherung an das 400-Meilen-Ziel zu berechnen. Da wir zwei Insassen waren und nicht wie empfohlen nur einer, fuhren wir etwas langsamer und sparten so etwas Energie für den Fall, dass unvorhergesehene Stopps, Verkehr, Regen, Hügel oder Straßen in schlechtem Zustand unser Fortkommen behindern sollten. Auf der Alligator Alley gerieten wir in dichten Nebel und Baustellenverkehr. Es regnete viereinhalb Stunden, wir mussten über Dämme fahren und Brücken über Lagunen nehmen. Zudem hatten wir viele Streckenabschnitte mit grobem Fahrbahnbelag, was unsere Effizienz deutlich senkte. Doch wir hatten auch Glück und mussten auf dem Weg nur an sieben von 15 bis 20 Ampeln anhalten und nutzten dabei den Schubfreilauf. Insgesamt legten wir nur zwei Zwischenstopps von insgesamt 17 Minuten ein und hielten erst nach 405 Meilen an, um unser Beweisfoto aufzunehmen. Dank stetigem und präzisem Fahren brachten wir es trotz der unterwegs auftretenden Probleme auf einen Energieverbrauch von 190 Wh pro Meile.

Vorbereitung und Fahrtechniken

Im Vorfeld verwendeten wir einiges an Zeit auf die Planung und informierten uns über frühere Versuche, die im Tesla Motors Club diskutiert wurden. Außerdem lasen wir die Empfehlungen von Tesla-Chefingenieur JB Straubel sowie von japanischen und deutschen Forschungsteams. Auch meine Nachbarn, Ingenieure bei der NASA, halfen uns dabei, so viele energieeffiziente Fahrtechniken wie möglich kennenzulernen. Beim Model S handelte es sich um eine Standardausführung mit großen 21-Zoll-Felgen. Den höheren Rollwiderstand glichen wir durch erhöhten Reifendruck aus. Bei Außentemperaturen zwischen 18 und 27 Grad Celsius konnten wir auf die Klimaanlage verzichten. Wir benutzten lediglich den Ventilator und ließen später am Tag die Fenster eine Handbreit herunter, was sich nach unserem Ermessen nicht auf die Reichweite auswirkte. Wir hatten zudem solarbetriebene Handventilatoren für den Fall dabei, dass es zu heiß werden würde. Auch die Verwendung des Geschwindigkeitsreglers war von entscheidender Bedeutung, aber wir stellten ihn nur einmal auf die gewünschte Geschwindigkeit ein, so dass höhere Effizienz durch langsamere manuelle Beschleunigung möglich war. Als bedeutendster Reichweiten-Fresser erwiesen sich zu unserer Überraschung Straßen mit Fahrbahnbelägen, die gröbere sind als die, die auf Highways oder Interstates üblich sind: Das senkte die Reichweite um 8 bis 15 Prozent. Bei wenig Verkehr versuchte ich, etwas versetzt zu den Spurrillen zu fahren, und das half ein wenig.

Neben der Vorbereitung des Wagens war auch ein Vorrat von Lebensmitteln und Wasser für unsere Langstreckenfahrt notwendig – wir sahen nach dem Verlassen unserer dicht besiedelten Wohngegend nur acht Restaurants und sieben geöffnete Tankstellen. Außerdem schonen seltene Stopps die Nennreichweite. Für nur einen Fahrer ist eine solche Fahrt eine echte Strapaze, wäre ich nicht durch andere Hobbys wie Surfen und Ultramarathons, bei denen man ohne Unterbrechung Strecken von 50 bis 100 Kilometern rennt, ganz gut im Training. Um sich und Andere nicht in Gefahr zu bringen, sollte man nicht die eigene Fähigkeit überschätzen, während der monotonen Fahrt bei niedriger Geschwindigkeit wach zu bleiben. Das gilt besonders bei Dunkelheit, wenn man die Schönheit der Landschaft nicht sehen kann. Auch mir fiel es nicht leicht, doch mein Training für Ausdauersport half mir dabei. Hilfreich war auch, dass Adam schon alt genug ist, die Frage „Sind wir bald da?“ während der ganzen Fahrt nicht ein einziges Mal zu stellen.

Windschattenfahren und Schubfreilauf bergab erhöhen natürlich potenziell die Reichweite, doch dichtes Auffahren und kurvige Straßen mit hoher Reifenbelastung bergen auch Gefahren und die Vorteile stehen nicht unbedingt im Verhältnis zum Risiko. Man kann meines Erachtens durchaus 725 Kilometer schaffen, und ich frage mich, ob nicht auch 800 Kilometer drin sind, wenn die Bedingungen perfekt sind oder gezielt ausgewählt werden.

Viele haben mich gefragt, was ich denn als Preis dafür gewonnen habe, als erster über 400 Meilen gefahren zu sein. Ich habe einen Hochleistungs-Wandanschluss inklusive Installation bekommen, den ich der University of Central Florida, an der ich lehre, gespendet habe. Wir wollen ihn an einem öffentlichen Ort installieren, damit andere Tesla-Eigentümer hier auf der Durchreise in Orlando laden können. Sollte sich die kostenlose Ladestelle herumsprechen, werden wir sehr wahrscheinlich auch eine Terminplanungs-App einrichten. Auch Sie können die Ladestation gerne nutzen, wenn Sie erst Ihr Model S haben!

Bon Voyage
David Metcalf

Fotos von Jeanee James Photography
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