Kunden berichten


Eine Reise quer durchs Land

Robs Jones
6. Mai 2013

Im April 2013 fuhren Roberts und Bridget Jones mit ihrem Hund Maggie raus aus Los Angeles und unternahmen mit ihrem nagelneuen Model S eine unglaubliche, 24.000 Kilometer lange Tour quer durchs Land.

Dies ist Roberts Bericht:

Die Fliehkraft drückte meine Verlobte gegen die Beifahrertür, als der Tesla Model S die Haarnadelkurve in den Hollywood Hills nahm. „Ausflug“, wiederholte Bridget nochmal, diesmal eher als Feststellung denn als Frage.

Erst vor wenigen Wochen hatte Bridget ihren Job in einem der führenden Krankenhäuser von Los Angeles an den Nagel gehängt, denn sie hatte längst ihre Leidenschaft für Firmenpolitik und Leistungsdruck verloren. Es hätte also durchaus ein schrecklicher Moment im Leben meiner Zukünftigen sein können, nicht nur deshalb, weil ich wie ein Vollidiot über die bergige Straße heizte, sondern, weil sie zum ersten Mal in ihrem Erwachsenenleben ohne die Sicherheit einer festen Anstellung war. Zum ersten Mal war sie außerdem frei von jeglichen Verpflichtungen und Zwängen. Es konnte also keinen besseren Zeitpunkt für einen ausgedehnten Ausflug durch das Land geben.

Ein paar Wochen später packten wir unseren neuen Tesla und verließen L.A. – praktisch ohne Reiseprogramm, Planung und gesunden Menschenverstand. Wir hatten zwar ein paar Apps heruntergeladen, um öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Wohnmobil-Stellplätze ausfindig machen zu können. Doch ansonsten hatten wir hinsichtlich des elektrischen Motors unseres Wagens keine zusätzliche Planung vorgenommen und auch keine Zugeständnisse gemacht.

Sicher hatten wir Reichweiten-Angst – Angst davor also, dass wir keine Lademöglichkeit für unser Elektroauto finden könnten – doch der Drang, loszufahren und das Land zu erkunden, siegte über solche Sorgen. Für den Fall der Fälle nahmen wir uns unseren 18-Kilo-Hund Maggie als Maskottchen und potenziellen Schlittenhund mit, für den Fall, dass uns mal der Saft ausgehen sollte.

Die Abfahrt stimmten wir so perfekt ab, dass wir mitten im dicksten Berufsverkehr von L.A. landeten, doch als die Autobahn erst frei war, konnte unser Model S endlich zeigen, was es kann.

Die Kraft dieses Autos ist erstaunlich, besonders wenn man von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Highways auf so unangemessene Geschwindigkeiten beschleunigt, das auf meinem Gesicht ein gewisses, verwegenes Grinsen erscheint.

Wir haben die 60-kWh-Batterie, Teslas lahmstes Auto also. Mit dem Wort „lahm“ beziehe ich mich hier lediglich auf die 5,9 Sekunden, die man mit dem 60-kWh-Tesla von Null auf Hundert braucht, im Vergleich zu der Spitzenbeschleunigung des Model S Performance (+): Diese Ausführung schafft das zwei volle Sekunden schneller und sticht damit die besten Sportwagen aus.

Oh ja, und dabei ist das Model S erst seit einem Jahr in Produktion. Die werden noch viel schneller, dem kann nur die Traktion und der Grip der Reifen Grenzen setzen.

Abgebrühte Autojournalisten haben Beschleunigung, Drehmoment und Leistung des Model S schon ausführlich bejubelt, dem habe ich nicht viel hinzuzufügen. Die Berichte zu Beschleunigung und Fahrverhalten treffen den Nagel auf den Kopf – das geht einfach ab.

Für mich eine echte Entdeckung im Verlauf Tausender von Meilen auf Highways, Landstraßen und Schotterpisten: Der Model S mit Luftfederung ist ausgesprochen komfortabel, insbesondere für große Leute. Ich bringe es auf 1,98 Meter und selbst dann, wenn ich krumm dastehe, immerhin noch auf 1,85 Meter. Mein ganzes Erwachsenenleben habe ich mich auf Autositzen zusammengekauert, da kommt einem selbst die Beinfreiheit in einem Lowcost-Flieger noch bequem vor. Der Fahrersitz im Model S bietet jede Menge Spielraum und lässt sich so weit zurückfahren, dass selbst ich kaum an die Pedale komme. Ist der Geschwindigkeitsregler an, kann ich die Beine übereinanderschlagen oder gar mein rechtes Bein im Beifahrerbereich ausstrecken. Jeder Schlangemensch wird dieses Auto lieben.

Im Verlauf der Tour haben wir die Nennreichweite der 60-kWh-Batterie deutlich überschritten. Die ersten Male war es schon stressig, wenn die Batterieanzeige unter Null auf „Charge Now“ stand. Doch mit Apps wie Recargo und RV Parks fanden wir immer einen Platz zum Laden, selbst in ländlicheren Staaten. Nachdem wir gemerkt hatten, dass unsere Reichweiten-Angst unbegründet war, machten wir uns einen Spaß daraus, uns gegenseitig darin zu überbieten, mehr Meilen mit einer Ladung zu schaffen. Mein persönlicher Rekord sind 254 Meilen (408 Kilometer), 24 Meilen mehr als die erwartete Reichweite der 60-kWh-Batterie.

Wie es sich für eine Tour durch die USA gehört, besuchten wir Graceland, Beale Street und South of the Boarder und erlebten in Key West einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Doch verließen wir auch die ausgetretenen Pfade und besuchten Biosphere2, versuchten uns als Diamantengräber in Texarkana, erkunden Höhlen in Sonora und durchstreiften eine Woche lang das ländliche West Virginia. Mit unserem Model S verschlug es uns fernab der Interstates mitunter zu spektakulär idyllisch-kitischigem Motel-Flair. Wir genossen jede einzelne Minute.

Ich habe mit Leuten geredet, die Elektroautos wegen der langen Ladezeiten als unpraktisch ablehnen. Tatsächlich klingen acht Stunden Ladezeit erst einmal etwas beklemmend, doch ich bin mit der Zeit geduldiger geworden. Schon bald schätzten wir diese Ruhezeiten als echtes Geschenk. Wir verbrachten Stunden gemeinsam und sprachen wirklich miteinander. Obwohl Bridget und ich schon seit neun Jahren zusammen sind, habe ich während dieser Tour jeden Tag etwas Neues über meine Verlobte gelernt. Eigentlich sollte jedes frisch verlobte Paar mal mit einem Elektroauto das Land durchqueren. Ob mit oder ohne Hund, bleibt jedem selbst überlassen.

Ich bin bis in die abgelegensten Winkel der Vereinigten Staaten gefahren und habe mein Model S dabei eben wie ein ganz normales Auto behandelt. Dazu musste ich einfach nur ausblenden, dass ein Model S eben gerade kein ganz normales Auto ist.

Die Pausen haben uns zudem dazu angeregt, die Einheimischen kennenzulernen. Und darum geht es doch eigentlich bei einer Tour mit dem Auto. Wir trafen Rentner, die endlich die ganzen Ratschläge ihres langen Lebens anbringen konnten, Höhlentaucher erzählten uns von ihrer Leidenschaft für die Unterwelt, wir sahen professionellen Diamantensuchern in Arkansas zu und halfen sogar beim Scheren von Alpakas. Ich kann Ihnen sagen: Alpaka-Wolle schmeckt schrecklich.

In West Texas sahen zwei Rettungssanitäter unser kalifornisches Nummernschild und kombinierten messerscharf, dass wir zwei typisch Vegetarier im Elektroauto sein müssten und befragten uns daraufhin hinsichtlich unserer Meinung zur Kontrolle von Schusswaffen. Unsere Standpunkte waren zwar nicht wirklich zu vereinbaren, aber nachdem sie sich über das Recht auf Waffenbesitz ausgelassen hatten, fanden wir sogar eine gemeinsame Gesprächsgrundlage jenseits des Smalltalk. Einfach genial.

Leider gehören diese langen Ladezeiten wohl schon bald der Vergangenheit an, denn Teslas Supercharger laden die Batterie in rund einer Stunde auf, ein Batteriewechsel dauert nur 90 Sekunden. Bis Mitte 2014 wird man dank der Supercharger von New York nach Kalifornien fahren können. Da solche Ladestationen an Hotels langsam bei fast allen Hotels zu finden sind, klingen meine Anekdoten von müßig mit dem Aufladen verbrachten Tagen wohl schon bald nach Geschichten von einst: „Zu meiner Zeit, da gab es das mit dem Supercharging noch nicht. Wir mussten warten ¬ und wir warteten gerne.“

Ach ja, im Model S finden sieben Personen Platz, doch wussten Sie schon, dass man zu zweit bequem darin schlafen kann und sogar noch Platz für einen Hund ist? Manche Wohnmobil-Stellplätze liegen zwar in Hotelnähe, die meisten aber sind abgelegen. Bridget und ich haben oft mit dem Auto gecampt, während die Batterie geladen wurde. Wir hatten ein gutes Zelt dabei, mit dem wir so richtig romantisch campen wollten, doch wir haben es nicht einmal benutzt. Stattdessen klappten wir die Rücksitze um, bliesen zwei dünne Luftmatratzen auf und benutzten über Nacht die Heizung des Fahrzeugs. In einem Auto mit Klimaanlage zu schlafen, ist doch entschieden glamouröser, als in einem kalten Zelt.

Da der Wagen elektrisch ist, mussten wir nachts bei laufender Heizung nicht befürchten, an Abgasen zu ersticken.

Wir wählten einfach die Fahrersitz-Einstellung „Camping“, bei der mit einem Griff Fahrersitz vorgleitet und sich aus dem Weg klappt. Im Heck des Model S ist so viel Platz, dass ich meine Beine vollständig ausstrecken kann, ohne Sitz oder Heckklappe zu berühren – und ich bin riesengroß!

Ein Rat: Die 50-Ampere-Stecker von Wohnmobil-Parks sind oft alt und abgenutzt, so dass sie sich manchmal abschalten. Um das zu verhindern, reduzierten wir die Ladeleistung des Autos von 40 Ampere auf unter 35 Ampere.

Als wir zu dieser Tour aufbrachen, hatte ich die Lederbezüge vorsorglich schon abgeschrieben: Ein 18 Kilo schwerer, äußerst aktiver Hund, der wochenlang zwischen den offenen Fenstern hin- und herspringen würde, würde sie sicher zerstören. Doch sie hielten und hatten nicht einen Riss. Selbst der 17-Zoll-Touchscreen zeigt keinerlei Abnutzungspuren. Wie durch ein Wunder blieb sogar ein gewisser Neuwagengeruch erhalten, allerdings gewürzt durch den unvergleichlichen Duft nach nassem Hund.

Im Laufe unserer Reise hielt ich oft an Tesla Stores und Service-Centern, da man hier in vielen Innenstädten schnell und kostenlos laden kann. So unterhielt ich mich stundenlang mit Verkäufern und Service-Technikern, die meine Fragen gerne beantworteten. Überhaupt fiel mir auf, wie schnell sie zur Stelle sind und einem Kunden sozusagen mit quietschenden Reifen das Auto erklären. Selbst die Service-Techniker verbrachten gerne ihre Mittagspause damit, jemandem einen Überblick über das Auto zu geben.

In Boston und Texas fuhr ich auf der Suche nach einer Lademöglichkeit nach Mitternacht die Service-Center an und wurde unvorhergesehener Weise von Mitgliedern des Auslieferungsteams begrüßt, die sich unbedingt mit mir über unsere Tour unterhalten wollten. Selbst nach Mitternacht und nach über 16 Stunden Arbeit hatten die Leute noch Lust, über Tesla zu sprechen und interessierten sich für das Reiseerlebnis mit diesem Auto. Tesla liegt ihnen einfach im Blut. Was mich auf den fast über 25.000 Kilometer langen Fahrt am meisten überraschte, war nicht nur das wunderbare Auto, sondern die unbändige Leidenschaft der Tesla-Mitarbeiter für dieses Auto und ihr Unternehmen.

Ich habe hochrangige Ingenieure gesehen, die einem Kunden bei einem Amped-Event die Aerodynamik des Wagens erläutern, und sogar einen Manager of Marketing, der eine Fabrikführung leitete.

Wie das bei Start-ups eben so ist: unterbesetzt und überarbeitet. Dennoch scheinen die Mitarbeiter entschlossen, alles zu geben, um Elon Musks Vision Wirklichkeit werden zu lassen, wirklich ambitionierte Elektroautos zu bauen. Mit diesem Vorsatz vor Augen und aus purer Willenskraft wird Tesla Motors sicher auch in Zukunft andere Automobil- und Technologieunternehmen in Sachen Innovation übertreffen. Die Leidenschaft aller Mitarbeiter an Bord ist dafür die beste Garantie.

Teslas Unternehmenskultur ist ansteckend und auch Bridget wurde von dieser Leidenschaft schnell erfasst, so dass sie sich prompt um diverse Stellen bei Tesla Motors bewarb. Als wir in Pennsylvania etwa die Hälfte unserer Tour hinter uns hatten, wurde ihr eine Stelle als Auslieferungsexpertin angeboten. Einziger Haken – bei Tesla geht eben alles extrem schnell: Sie musste am nächsten Abend anfangen, und zwar am anderen Ende des Landes in Los Angeles. Es war eine schwierige Entscheidung: die Stelle auszuschlagen und die Tour mit mir fortzusetzen oder mit echten Enthusiasten eine ganze Branche zu revolutionieren.

Also setzte ich Bridget um 6 Uhr am nächsten Morgen am Flughafen ab.

Maggie und ich hingegen hatten nach wie vor Lust, unser Land zu entdecken. Wir setzten unsere Tour in den entferntesten Winkel der USA fort und fuhren über Maine und Quebec City nach Blaine in Washington. Nachdem ich das Tesla-Werk im kalifornischen Freemont besucht hatte, flog Bridget nach San Jose und schloss sich uns für die letzte Etappe an. Sie steckte in einem nagelneuen Tesla-Shirt.

Gemeinsam machten Maggie, Bridget und ich uns auf in den vierten Winkel der USA: den International Friendship Park an der mexikanischen Grenze südlich von San Diego – komplett abgezäunt von unseren „Freunden“ südlich der Grenze.

Es war eine wunderbare 25.000-Kilometer-Tour. Wir trafen Freunde und Verwandte, lernten einige faszinierende Personen kennen, sahen ein Stück von Amerika, spektakuläres idyllisch-kitischiges Motel-Flair – kurz: Wir haben eine Menge der Dinge getan, die man mindestens einmal im Leben getan haben sollte. Die ganze Zeit waren wir problemlos mit unserem Model S unterwegs und sind nie mit leerer Batterie liegengeblieben – selbst im ländlichsten Amerika haben wir stets eine Lademöglichkeit gefunden. Inzwischen ist mir Reichweiten-Angst völlig fremd.

Wir sind bis in die hintersten Winkel des Festland der Vereinigten Staaten gefahren und haben unser Model S dabei eben wie ein ganz normales Auto behandelt. Dazu musste ich einfach nur ausblenden, dass ein Model S eben gerade kein ganz normales Auto ist.


X Deutschland Site Besuchen